Händehygiene

Durchführung: Händewaschen

  • vor Dienstbeginn
  • bei Dienstende
  • bei Verschmutzungen
  • nach Toilettennutzung
  • vor Umgang mit Lebensmitteln

Indikation der Händedesinfektion (mit gelisteten Händedesinfektionsmitteln)

  1. Vor Bewohnerkontakt.
  2. Vor aseptischen Tätigkeiten.
  3. Nach Kontakt mit potentiell infektiösem Material und Ausscheidungen (nach Toilettengang, Blut, Harn, Stuhl, Liquor, Eiter, Erbrochenes, Wundsekret).
  4. Nach Kontakt mit potentiell kontaminierten Geräten einschließlich Urinsammelsystemen und Absauggeräten. 
  5. Nach Bewohnerkontakt, v.a. bei infizierten Bewohnern/Patienten und Trägern von multiresistenten Keimen wie MRSA (methicillinresistente Staph. aureus).
  6. Nach Kontakt mit der unmittelbaren Bewohnerumgebung.

Anmerkung: *gelistet* bedeutet das 2 unabhängige Zertifikate vorliegen müssen, des jeweiligen Produktes. Beide müssen bestätigen, das der Wirkungsgrad garantiert werden kann. 

Nach der Händedesinfelktion die Hände ruhig halten, nichts berühren und erst nach Abtrocknung wieder normal bewegen. Ob die hygienische Händedesinfektion erfolgreich war, kann man überprüfen. Zwecks Schulungen wird sie auch gerne herangezogen, die Didaktobox.

Reinigungsplan/Desinfektionsplan/Hygieneplan, was muß er enthalten und wie oft wird er erstellt ?

  • Erstellen im Anlaßfall bei Produktwechsel. Wenn sich nichts ändert, in der Regel alle 2 Jahre notwendig, manche Einschauen verlangen es Jährlich. Der Hygienebeauftragte/Hygienefachkraft erstellt den Hygieneplan, das Datum muß sichtbar sein, Die PDL muß genehmigt mit ihrer Unterschrift. Das Pflegepersonal muß wissen wo der Hygieneplan aufliegt, i.d.R. in der Spüle. 
  • Bereich (Station/Wohnbereiche)
  • Gegenstand (Flächen oder Instrumente)
  • Mittel, Verfahren, Durchführung.
  • Konzentration.
  • Einwirkzeit.
  • Häufigkeit.
  • Ausführung.

Wann sollte man das DM wechseln ?

  • Unverträglichkeiten beim Personal, (mit Sterilium classic pur keine Probleme). 
  • Materialunverträglichkeiten.
  • Geruchsprobleme.
  • Umwelthygienische Bedenken.
  • Preis zu hoch.
  • Lieferprobleme.

Anforderungen an das Desinfektionsmittel: Aldehydfreie DM - Formaldehyd ist ein Krebsförderndes Gas. Wird nicht mehr verwendet. DM muß man nicht wechseln, da es  keine Resistenz gegen chemische Mittel gibt. 

  • Pathogene Keime müssen großteils abgetötet oder irreversibel geschädigt werden.
  • Das DM muß wirtschaftlich sein. 
  • DM muß Licht- und Luftbeständig sein. 
  • Die Standzeit muß gewährleistet sein (12 Monate). Möglichst kleine Gebinde verwenden. Bei HD Mittel (z.B.: Sterillium classic pur) 500 ml, max 1000 ml verwenden. Nach Anbruch mit Datum versehen. 
  • DM muß biologisch abbaubar sein. 
  • DM sollte angenehm riechen oder geruchslos sein.
  • DM sollte Wasserlöslich und benetzend sein.
  • Moderne Präparate haben keine oder nur geringe Seifenfehler, was wichtig ist. 
  • Inhalation darf nur eine geringe Toxizität aufweisen. 
  • Prüfung des DM: auf Bakteriostase, Bakterizidie, Eiweißfehler, Seifenfehler, Toxizität, Kominationsmöglichkeit mit Reinigungsmittel. 

Unnötige Desinfektionsmassnahmen: z.B.: Überschuhe.

  • Raumdesinfektion mit Formaldehydvernebelung. Nicht nur nicht indiziert, noch dazu Krebserregend. 
  • Jede Art von Sprühdesinfektion. 
  • Chemische Desinfektion von Reinigungsmaterial. 

Was beinhaltet der Jahresprüfplan ?

  • Verhütung von Infektionen.
  • Infektionsquellen werden ermittelt.
  • Überwachung der Deinfektion/Sterilisatuion.
  • Beweissicherung.
  • Zusammenstellung: Art der Prüfung, Ort, Zeitraum, Wer macht es ? Bestätigung der Kontrolle.  

Risikomanagement - Es ist ein systemischer Prozess mit allen Maßnahmen die der Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Infektionen und der Gesunderhaltung dienen. (z.B.: Noroviren → Merkblatt → RISIKOMANAGEMENT). Primärter Schutz ist die Gesichtsmaske (bei TBC spezielle FFP 3 Masken).

Seit mehr als einen Jahrhundert ist die Händedesinfektion als einer der wirksamsten Maßnahmen zum Schutz der Bewohner/Personals vor Infektionen anerkannt. Das hat sich bis heute nicht geändert. Die Hände sind unsere Werkzeuge und pathogene Keime werden so leicht von Bett zu Bett verschleppt, bei fehlender Händehygiene. 

Welche Risiken gibt es: Falsche Einschätzung des Risikos, Wissensdefizite des Fachpersonals, Fehlender Wille des Personals, Leichtsinniges Handeln, Fehlende Konzentration, Fehlende Struktur, Nicht einhalten der Standards, erhöhte Konflikt- und Klagebereitschaft.  

Ziele des RM: Schutz des Bew vor Schaden. Schutz des MA vor strafrechtlicher Verantwortung/zivilrechtlicher Inanspruchnahme. Schutz des Unternehmens vor unnötigen Gerichts/Schlichtungsverfahren mit Bew. Verhinderung von Imageverlust. 

Hohes Risiko: Bad, Klimaanlagen, Wäsche (Rutschgefahr, Pseudomonas, legionellen)

Mittleres Risiko: Küche, Wäscherei, Reinigung.

Niedriges Risiko: Stützpunkt.

Anmerkung: Alle Berufsgruppen müssen Händehygiene beachten, auch Konsiliarärzte und externes Personals, wie z.B. Physiotherapeuten. Krankenstand ist individuell (wenn man niest, abwenden, Taschentuch verwende, um die Gefahr der Verbreitung durch Tröpfcheninfektion abzuwenden), ist noch kein Krankenstand. Hausarzt/Facharzt stellt Arbeitsfähigkeit fest.

Richtige Anwendung der Einmalhandschuhe: Sie sind dazu da, uns zu schützen. Nach Gebrauch verwerfen. Einmalhandschuhe dürfen auf keinen Fall nach Gebrauch desinfiziert und weiter verwendet werden. Die neuen Handschuhe (Stand 2013) sind Latexfrei. Nach Gebrauch der Handschuhe ist eine hygienische Händedesinfektion durchzuführen.

Firmen: Sempermed/Rauscher hat die qualitativ besten Handschuhe. Sie sind etwas teuer. Alle anderen kommen aus China.

Persönliche Hygiene

  • Händedesinfektion: siehe oben. Auch vor und nach Betreten eines Isolierzimmers, sofern vorhanden.
  • Nagellack: ist im Pflegeheim erlaubt, es wird nicht operiert. Künstliche Nägel sind wenig geeignet und fragwürdig. Nicht erlaubt in OP und Küche.
  • Fingernägel: kurz halten, dürfen nicht über Fingerkuppen reichen.
  • Haare: kurz oder zusammengebunden. 
  • Dienstkleidung: muß mit 60 °C waschbar sein. Täglicher Wechsel, oder nach Kontamination. Keine Privatkleidung. 
  • Schuhe: Leise Sohlen, desinfizierbar, rutschsicher. 
  • Körperpflege: regelmäßige Körperpflege, auf gepflegtes Äußeres achten.